Generelle Informationen über das Netzwerk



Selbstverständnis


Aktuell beobachten wir eine sich abzeichnende Verschiebung der globalen Kräftegleichgewichte in der Staatenwelt, die von einer zunehmend komplexeren Bedrohungslage, die sich aus Terrorismus, dem Zerfall staatlicher Strukturen und einer gestiegenen Gefahr der Proliferation von Massenvernichtungswaffen zusammensetzt, begleitet wird. Klimatische und demographische Trends verschärfen diese Situation weiter und beschleunigen die Auflösung der Grenze zwischen innerer und äußerer Sicherheit. Im Hinblick auf steigende Staatsverschuldungen im Zuge der jüngsten Wirtschaftskrise erlangt die Frage nach zukünftiger politischer und wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit gegenüber den skizzierten Phänomenen herausragende Relevanz. Angesichts dieser immer komplexeren globalen Bedrohungslage erleben wir seit einiger Zeit eine gestiegene Nachfrage nach sicherheitspolitischer Expertise, nicht nur im politischen und militärischen, sondern auch immer mehr im wirtschaftlichen Bereich.

 

Vor diesem Hintergrund haben wir das CNSS als Netzwerk aus Wissenschaftlern und Generalstabsoffizieren in Form eines Kooperationsprojekts zwischen der Führungsakademie der Bundeswehr und der Universität Potsdam etabliert. Als solches verfolgt es einen doppelten Zweck: einerseits betreibt es Grundlagenforschung zum Vermächtnis des preußischen Kriegstheoretikers Carl von Clausewitz. Auf der anderen Seite entwickelt das CNSS auf dieser Basis strategische Analysen drängender sicherheitspolitischer Fragen der Gegenwart, um so  Handlungsoptionen zu identifizieren, ihre jeweiligen Implikationen zu benennen und für die Zukunft nutzbar zu machen. Aus diesem Grund orientieren sich die Analysen des CNSS an „langen Linien“ und bilden somit eine unverzichtbare Erweiterung gängiger politischer Analysen und Handlungsempfehlungen, die sich in weiten Teilen am politischen Tagesgeschäft orientieren und somit auf kurzfristigen Opportunitätserwägungen beruhen.


Impulsgeber der Forschung



Als Impulsgeber unserer Forschungstätigkeit fungieren turnusmäßige Workshops, Symposien und Konferenzen auf denen Entscheider aus Politik und Wirtschaft berichten, welche Themenbereiche ihrer Einschätzung nach mittel- bis langfristig erhöhter Aufmerksamkeit bedürfen. Auf diese Weise ist es uns möglich, konkrete Fragestellungen zu bearbeiten die zukünftig relevant werden, ohne zu sehr vom politischen Tagesgeschäft beeinflusst zu sein.

 

Kommende Termine



Organisationsform und Alleinstellungsmerkmal


Das CNSS ist als Netzwerk konzipiert, um den freien Gedankenaustausch zu fördern und ein  problemorientiertes und ergebnisoffenes Arbeiten zu ermöglichen. Im Anschluss an die turnusmäßigen Veranstaltungen konstituieren sich die Mitglieder des CNSS in interdisziplinär besetzten Clustern, die ausgewählte Fragestellungen bearbeiten und nach einer Peer Review durch einen wissenschaftlichen Beirat zur Publikationsreife bringen. Auf diese Weise gelingt es, innerhalb des Netzwerks erhebliche synergetische Effekte zu erzielen.

In diesem Kontext publiziert das CNSS nicht nur strategische Analysen und Lagebeurteilungen für die politische Praxis, sondern erfüllt gleichzeitig eine interne, didaktische Funktion. Das CNSS dient der Aus- und Weiterbildung von Führungspersönlichkeiten, indem es mit den Begrifflichkeiten der Clausewitz´schen Theorie ein methodisches Rüstzeug bereitstellt, welches die immer komplexeren Entscheidungssituationen beherrschbar machen kann. In diesem Prozess wird auch auf neue, innovative Lernformen (E-Learning) zurückgegriffen, die eine kontinuierliche Arbeit auch über große räumliche Distanzen ermöglicht. Mit diesem Instrument wird einem perspektivischen Aufwachsen des Netzwerks und dem Ausbau der internationalen Vernetzung Rechnung getragen.

 

Auf Grundlage dieser Eigenschaften fördert die Organisation des CNSS den wissenschaftlich interdisziplinären und institutionell übergreifenden Diskurs zwischen  Wissenschaft, Streitkräften, Politik sowie der interessierten Öffentlichkeit und leistet somit einen wichtigen Beitrag zu einer breiten Debatte sicherheitspolitscher Zukunftsfragen.